Historie

Im Wintersemester 1989/1990 ist die Wohnungssituation der Studierenden auch in Frankfurt am Main dermaßen katastrophal, dass im Keller des Studierendenhaus der Universität Feldbetten aufgestellt werden müssen und auf dem Grünstreifen vor der Fachhochschule ein Zeltlager entsteht.

 

Anfang 1991 wird die Wohnrauminitiative Frankfurt (kurz WiF e.V.) als gemeinnütziger Verein von Studierenden der Universität sowie der Fachhochschule Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit den Hochschulgemeinden gegründet.

 

Am 30.08.1991 wird der Verein in das Vereinsregister eingetragen.

 

Nach der „Erste[n] Hessische[n] Verordnung über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum“ („Wohnraumzweckentfremdungsverordnung“) gilt in Frankfurt am Main der Leerstand von Wohnungen über eine längere Zeit als Bußgeldtatbestand. Hierüber erhält der Verein zahlreiche Wohnungen.

 

Beim Amt für Wohnungswesen gibt es eine eigene Abteilung, die sich mit diesem Vergehen beschäftigt und neben dem Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe und dem Frankfurter Verein für soziale Heimstätten auch die Wohnrauminitiative Frankfurt als potentiellen Mieter für nur befristet zur Verfügung stehenden Wohnraum empfiehlt. Die Wohnrauminitiative Frankfurt etabliert sich in der Folgezeit auf diesem Wohnungssektor und wird zum drittgrößten Anbieter für studentischen Wohnraum in Frankfurt am Main.

 

Vermieter sind Wohnungsbaugesellschaften, der Bund, die Kirchen sowie sonstige institutionelle und private Vermieter.

 

1992

Im „Industriehof“ im Stadtteil Hausen werden Wohnungen angemietet, die während einer umfassenden Sanierungsmaßnahme der Wohnsiedlung der Bundesrepublik Deutschland sonst leer gestanden hätten.

 

1993

Auf dem Platanenhof der ehemaligen Michael-McNair-Kaserne in Frankfurt-Höchst werden mit Hilfe von Landesmitteln ca. 50 Wohnheimplätze geschaffen.

 

1994

Nach dem Abzug der Amerikaner wird die ehemalige sowjetische Militärmission in Frankfurt-Niederrad in der Goldammerstraße 32-38 angemietet.  Die WiF erhält ein großes Büro. Die bis dato fast ausschließlich ehrenamtlich gestemmte Verwaltungsarbeit wird professionalisiert.

 

Neben der eigenen Anmietung und Vermietung werden auch Wohnungsinitiativen unterstützt:

In Zusammenarbeit mit dem Martinswerk aus Berlin und der Gruppe „Azania“ wird in der Friesengasse 23-25 ein Studierendenwohnheim gebaut, das selbstverwaltet ist.

 

1995

Einigen Projektgruppen, u.a. ZWO, Provokulta sowie MieterInnen aus den Wohnungen im Industriehof konnten in zwei Wohnblöcke der frei gewordenen Housings auf dem Frankfurter Berg mit insgesamt 36 Wohnungen vermittelt werden.

 

1996

Das Büro des WiF e.V.s zieht von Niederrad nach Bockenheim in die Falkstr. 106.

 

1997

Der Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden in Frankfurt am Main vermietet uns das ehemalige Jungenwohnheim im Unterweg 12, wo wir bis August 2012 bleiben konnten.

 

1999

In Höchst konnte der „Südflügel“ von der KEG angemietet werden.

 

Im Jahr 2004 wird die „Erste Hessische Verordnung über das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum“ („Wohnraumzweckentfremdungsverordung“) aufgehoben. Für Frankfurt am Main ist der Wegfall der Verordnung gegen Wohnraumzweckentfremdung mehr als bedauerlich, so auch die parteiübergreifende städtische Meinung. Landespolitisch war der Wegfall jedoch so gewollt und durchgeführt. Ob sich bei einer anderen Parteienkonstellation im Landtag für den Ballungsraum Frankfurt am Main wieder etwas ändern würde, ist unklar, wäre aber zumindest wünschenswert.

 

Die kurzfristigen Wohnmöglichkeiten fallen merklich weg, da die potentiellen Vermieter von der Stadt Frankfurt am Main nicht mehr mit Nachdruck auf ihre gesellschaftliche Verpflichtung hingewiesen werden können. Einige Vermieter lassen die bestehenden Mietverhältnisse mit der Wohnrauminitiative Frankfurt bewusst auslaufen. Den Wohnungssuchenden, insbesondere den Studierenden, fallen dadurch viele existentielle Wohnmöglichkeiten weg.

 

2005

In einem bis zur Hälfte entmieteten Wohnblock im Stadtteil Griesheim können vor dem Verkauf an eine andere Wohnungsbaugesellschaft die freien Wohnungen unbefristet angemietet werden.

 

2006

Das erste größere Projekt außerhalb von Frankfurt ist in Darmstadt-Eberstadt. Eine ehemalige Hotelanlage unter dem Namen „Golf & Garden“ mit bis zu 75 Plätzen wird von einem Privatmann angemietet.

 

2008

Ähnlich wie in den Anfängen kann mit einer großen Wohnungsbaugesellschaft, hier die Bauverein-AG in Darmstadt, in einer Modernisierungssiedlung, hier die „Postsiedlung“ im Stadtteil Bessungen vereinbart werden, dass die bereits freien, bzw. freiwerdenden Wohnungen bis zur Sanierung genutzt werden können.
Die Wohnrauminitiative Frankfurt konzentriert sich mittlerweile auf die bestehenden langfristigen bzw. unbefristeten Mietverhältnisse mit verschiedenen institutionellen Vermietern bzw. Wohnungsbaugesellschaften.

2011

Im Oktober 2011 erwirbt die Wohnrauminitiative Frankfurt e.V. ein Drei-Familienhaus im Frankfurter Stadtteil Alt-Praunheim.  In Kooperation mit der Stadt Frankfurt am Main gelingt über die sog. „Schlauvermietung“ (Verkauf der Belegungsrechte an die Stadt Frankfurt) die Finanzierung.

2012

Die Baumaßnahmen in Alt-Praunheim neigen sich dem Ende zu. Nach harter Arbeit können endlich die Mieter in die Liegenschaft einziehen.

 

In Kooperation mit der Stadt Bad Vilbel wird dort Wohnraum über einen langjährigen Vertrag jeweils halbjährig angemietet und an Studierende vermietet.

 

 2013

Auch in Rüsselsheim kann die Wif.ev nach zahlreichen diversen Objektbesichtigungen Fuß fassen. In Kooperation mit der evangelischen Kirche können wir Wohnraum für Studierende anmieten.

 

Mittlerweile sind wir an vier Standorten in Frankfurt, Darmstadt, Bad Vilbel und Rüsselheim vertreten.

 

Die Wohnrauminitiative Frankfurt e. V. bezieht zum 1. März 2017 die neuen Büroräumlichkeiten. Die neue Adresse lautet: Große Rittergasse 103 in 60594 Frankfurt am Main.

 

Darüber hinaus macht die Wohnrauminitiative aus der „Not“ eine Tugend und spricht verstärkt Vermieter von Gewerbeimmobilien auf die Möglichkeit der befristeten oder unbefristeten Umwandlung von Gewerbeflächen in Wohnraum an.

Gewerbeimmobilien, die nicht den neuesten Standard und die beste Lage aufweisen, sowie auf dem Gewerbeimmobilienmarkt nicht konkurrieren können, eignen sich aber u.U. zur Umwandlung in Wohnraum. Immerhin stehen in Frankfurt am Main über 1,5 Millionen (1.500.000) Quadratmeter Gewerbefläche leer.

 

Zwei langfristige Objekte konnten mittlerweile durch den Umbau von Büroraum zu Wohnraum verwirklicht werden.

 

Auch weiterhin ist die Wohnrauminitiative Frankfurt e.V. auf der Suche nach Wohnraum für Studierende und Auszubildende.